Dienstag, 22. März 2016

Gedanken beim Tee 1

Ich sitze hier und schlürfe meinen Tee, als jemand das Radio aufdreht und man schon an der Stimme der Moderatorin merkt, da ist was Größeres, Schlimmeres als sonst passiert. Anfangs dachte ich, es ist ein Megastau auf einer unserer Autobahnen doch spätestens nach dem Wort „Überlebende“ war mir klar, leider kein Stau. Das Gefühl von 9/11 oder Paris steigt mir im Magen hoch. Eine Mischung aus Ungläubigkeit, Entsetzen und Wut.

Erneute Bombenanschläge.

Diesmal in Brüssel.

Was zum Geier ist mit den Menschen los? Wir leben im 21. Jahrhundert und es passieren immer noch Dinge, die mit wie ein Relikt aus dem Mittelalter erscheinen. Zahn um Zahn, Aug um Aug und das auf eine möglichst brutale und hinterhältige Weise… Eins vorweg: Ich will hier weder eine Religion noch eine Bevölkerungsgruppe angreifen oder stigmatisieren. Es macht mich unglaublich traurig zu sehen, wie sich das in den letzten Jahren entwickelt hat und leider immer mehr Fahrt aufnimmt in brutale Richtung, doch mit welchem „Ziel“ oder „Sinn“?  Keine Angst, es wird keine politische Diskussion… Das liegt mir fern.

Erst letzte Woche war ich beruflich wieder in meiner Lieblingsstadt Wien unterwegs und spazierte mit einem Grinser Richtung U-Bahn. Und schon hab ich mich dabei ertappt, zu denken: „Was würde jetzt passieren, wenn…?“. Mit mir 100te Leute, die einfach nur ihrer Tätigkeit nachgehen, in die Schule wollen, ihre Kinder abholen oder einfach nur von A nach B fahren…so wie ich.

Solche Anschläge erschüttern uns in den Grundfesten und das sollen sie scheinbar auch. Gerade in dieser Zeit ist es für mich unglaublich wichtig, mich auf die kleinen Dinge im Leben, die ich manchmal in meiner Schnelllebigkeit und meinem Luxus vergesse, zu besinnen und mich auf das zu konzentrieren, was ich mir selbst geben kann: den nächste kleine Moment, das nächste tiefe durchatmen nach dem Aufstehen, den nächsten innigen Moment mit meiner Familie, ein intensives Gespräch mit meinem Vis-à-vis oder einfach nur eine Knutschstunde mit meinem Schmusehund, etc.

Nehmt euch bewusst Zeit dafür.

Andere können es nun nicht mehr.


Mein inniges Beileid an alle Betroffenen.


Kommentare:

  1. Ich schließe mich deinen Worten an!
    Karen

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  2. Hallo Karen,
    schön, dass es auch Leute gibt, die sich mal kritischere Themen in Blogs durchlesen. Danke dir!

    Agata

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